Forderungen einziehen – aber richtig!

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Zivilrecht

Sie haben gegenüber jemandem eine Forderung, etwa aus einem Vertrag, und wollen zu deren Durchsetzung einen Anwalt beauftragen?

Diese alltägliche Situation kann zu unangenehmen Kosten führen.

Durch die Beauftragung eines Anwalts entstehen Kosten auf denen Sie sicherlich nicht „sitzen bleiben“ wollen. Diese Anwaltskosten können bei einem Forderungseinzug in der Regel aber nur dann gegenüber dem Anspruchsgegner/Schuldner geltend gemacht werden, wenn sich dieser mit der Zahlung in Verzug befindet (sog. Verzugsschaden nach §§ 280 Abs. 2, 286 BGB).

Der Verzug wird in der Regel durch eine Aufforderung zur Zahlung innerhalb einer bestimmten Frist (Mahnung) begründet. Spricht jedoch erstmalig der Anwalt diese „Mahnung“ gegenüber dem Schuldner aus, können die dafür entstandenen Kosten nicht gegenüber der Gegenseite geltend gemacht werden. Dabei handelt es sich um die sog. verzugsbegründenden Kosten, die selbst keinen Verzugsschaden darstellen.

 

Daher unser Rat:

Bevor Sie einen Anwalt mit einem Forderungseinzug beauftragen, schreiben Sie Ihren Schuldner selbst an und setzen Sie ihm eine angemessene Zahlungsfrist (ca. zwei Wochen sollten hierfür genügen – wenn Sie wissen, dass sich der Schuldner z.B. im Urlaub befindet, dann entsprechend länger). Sollte der Schuldner diese Frist verstreichen lassen, befindet sich der Schuldner in Zahlungsverzug. Ein beauftragter Anwalt kann nun sowohl Ihre Forderung, als auch die entstandenen Rechtsanwaltsgebühren gegenüber dem Schuldner geltend machen und Sie bei dem Forderungseinzug unterstützen.

 

Wichtig: Bei Schadensersatzforderungen besteht diese Problematik nicht. Die Rechtsanwaltskosten könne hierbei als Folgeschaden mit geltend gemacht werden

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